Die schönsten Arten, sich zu „trauen“

Die schönsten Arten, sich zu „trauen“ – zivile, kirchliche und freie Trauung im Vergleich

So verschieden wie die Paare sind auch die Trauungen. Eine der ersten Fragen, die sich dem Paar stellt, ist also die Wahl der Trauungsart. Hier die wichtigsten Eckpunkte im Überblick mit ein paar Extra-Tipps aus unserer Erfahrung.

 

Zivile Trauung

Dauer: ca. 20min., also verhältnismässig sehr kurz, Wechsel zwischen Paaren i.d.R. fliegend.

Kosten: Die Gebühren für die Ziviltrauung betragen schweizweit zwischen CHF 300 und 400.

Typischer Ablauf: Der typische Baustein einer standesamtlichen Trauung ist die Rechtskräftigkeit und damit der zivilrechtliche Akt inklusive Gesetzestext. Der romantische Ansatz bauen die meisten Beamten aber ebenfalls sehr gelungen ein. Das Brautpaar kann zusätzlich entscheiden, ob persönliche Elemente wie Musik (vielleicht sogar Live-Musik), ein persönliches Trauversprechen und der Ringtausch in die Zeremonie eingebaut werden sollen.

Sonstiger Aufwand: Diverse Papiere/Unterlagen vorbereiten, Ehevorbereitungsverfahren, 2 Trauzeugen organisieren.

Emotionen: Wir waren schon überrascht, wie ergreifend so eine standesamtliche Trauung sein kann (ist wie bei allen Trauungen sehr abhängig vom Zeremonienleiter.)

Individualität: Aufgrund der kurzen Dauer und dem recht vorgegebenen Rahmen ist der Spielraum auf dem Standesamt für Individualität und Selbstverwirklichung eher klein. Möglichkeiten bietet hier die Wahl der Location. In vielen Kantonen wird bspw. das rechtsgültige, standesamtliche Heiraten in schönen Locations wie Schlössern angeboten.

Outdoor-Variante: Unter Einhaltung der Vorgaben des Personenstandsrechts (z.B. muss der Ort innerhalb des Standesamtsbezirks liegen) ist eine standesamtliche Trauung unter freiem Himmel grundsätzlich möglich.

Rechtskräftige Folgen: Diese Trauung ist rechtskräftig und hat weltliche Bedeutung.

Diversity: eingetragene Partnerschaft

Tipp: Sich nach einer alternativen, schönen Location zu erkundigen lohnt sich unserer Meinung nach sehr. Versuchen Sie, als letztes Paar eingeplant zu werden, damit nach Ihrer Trauung kein Zeitdruck besteht. Eine musikalische Live-Einlage für Ein- und Auszug gestaltet die Trauung besonders romantisch. Plant direkt nach der Trauung etwas Feierliches ein, um die Stimmung noch gebührend nachhallen zu lassen: gemeinsames Anstossen, eine schöne Foto-Session, ein anschliessendes Apéro in der Nähe mit Livemusik. Unsere Empfehlung zu Locations, an denen zivile Trauungen möglich sind:

Weitere Trauungslokale findet ihr unter ziviltrauung.ch oder heiraten.ch

 

Kirchliche Trauung

Dauer: ca. 1h.

Kosten: Der/die Ortspfarrer/in gestaltet den Hochzeitsgottesdienst im Rahmen der Anstellung als Gemeindepfarrer/in. Daraus entstehen für das Brautpaar keine Kosten. Bei einer Trauung, die nicht am Wohnort des Brautpaares stattfindet, werden dem Brautpaar gelegentlich die Kosten für die Benützung der Infrastruktur in Rechnung gestellt. (Quelle: kirchenhochzeit.ch)

Typischer Ablauf: Der grundsätzliche Ablauf einer kirchlichen Hochzeit ist zwar gegeben, das Brautpaar und der Pfarrer tragen aber viel zur persönlichen Note bei. Hier ein Beispiel für einen kirchlichen Trauungsablauf: http://www.kirchenhochzeit.ch/trauung/katholische-liturgie

Sonstiger Aufwand: vorangehende zivile Trauung zwingend, kirchliches Ehevorbereitungsverfahren, 2 Trauzeugen organisieren. Als Voraussetzung zur kirchlichen Trauung müssen die Trauleute getauft worden sein (kann auch nachgeholt werden).

Emotionen: Da das Paar den Pfarrer zuvor kennenlernen und in den meisten Fällen auswählen kann und ein gemeinsames Ehevorbereitungsgespräch vorangeht, kann vieles auf das Hochzeitspaar abgestimmt werden. Eine schöne Kirche oder Kapelle bietet den perfekten Rahmen für eine Trauung mit Glaubensbezug.

Individualität: Insbesondere mit der Wahl der Bibel- und sonstigen Texten, der Musik, einem persönlichen Trauversprechen und der Mitgestaltung durch wichtige Personen aus dem Umfeld kann eine kirchliche Trauung sehr persönlich gestaltet werden.

Outdoor-Variante: Kommt sehr auf den/die Pfarrer/in an. Eine Waldgrotte kann eine schöne Möglichkeit bieten.

Rechtskräftige Folgen: Diese Trauung ist vor Gott und der Kirche gültig und spiritueller Natur. Da die kirchliche Trauung nur mit einer vorangegangen zivilen Trauung möglich ist, gibt es aber keine kirchliche Trauung ohne weltliche Bedeutung.

Diversity: Die reformierte Kirche bietet gleichgeschlechtlichen Paaren die Möglichkeit an, die Partnerschaft in einem Gottesdienst segnen zu lassen. Die römisch-katholische Kirche bietet als Unterstützung respektvolle seelsorgerliche Begleitung an, die jeder Mensch in jeder Lebenssituation empfangen kann. (Wir durften bereits kirchliche Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare musikalisch mitbegleiten und erlebten eine Offenheit, die das Paar mit ihrer Liebe in den Vordergrund zu rücken vermochte.)

Tipp: Bedenkt, dass heute nur noch sehr wenige Leute regelmässige Kirchgänger sind. Gibt es also Texte oder Lieder, die eure Hochzeitsgesellschaft mitsprechen/-singen soll, empfehlen wir euch, ein entsprechendes Heftchen für eure Gäste bereitzustellen und vielleicht auch einige im Vorfeld einzuweihen. Zudem wissen Hochzeitsgäste oft nicht, ob beispielsweise geklatscht werden darf. Klärt doch das im Voraus mit eurem Pfarrer ab und gebt auch einen entsprechenden Hinweis im Heftchen ab oder lasst den Pfarrer darauf hinweisen. Direkt nach dem Kuss durfte jedenfalls noch immer geklatscht werden. Klärt auch den Moment ab, an dem ihr euch küssen sollt. Einige Pfarrer erwähnen das nicht explizit und das aus den Filmen bekannten „Sie dürfen die Braut jetzt küssen“ bleibt aus, woraufhin es auch schon Trauungen ohne Kuss gab.

 

 

Freie Trauung

Dauer:ca. 45 min., hängt sehr vom Zeremonienleiter und euren Vorstellungen ab.

Kosten: ca. CHF 1’500.– bis 2’000.– für einen professionellen Trauredner. Die Spannweite was die Kosten für Location betrifft ist natürlich sehr gross. Die meisten Hochzeitslocations bieten hierzu aber interessante Packages an mit anschliessendem Apéro, Dinner und/oder Fest.

Typischer Ablauf: Hier steht Individualismus im Vordergrund. Achtet bei eurer Wahl des Zeremonienleiters auf dessen persönlichen Stil (emotional, spirituell, humorvoll…) und wie sehr auf eure Wünsche eingegangen wird. Nach einem üblichen Einzug der Braut oder des Brautpaars sind typische Elemente: Begrüssung der Gäste, Worte zu euch und eurer Kennenlern- und Verlobungsgeschichte, schöne Gedichte und Texte mit anschliessendem Bezug auf die Trauung und eure Liebe, kreative Rituale bei dem ihr als Paar im Fokus steht und bei dem vielleicht sogar eure Gäste miteinbezogen werden, musikalische Einlagen und Begleitung, Beiträge von nahestehenden Personen, Gelübde, Ringtausch, Kuss und symbolische oder spirituelle Segnungen/Handlungen/Momente.

Sonstiger Aufwand: In der Regel gibt es ein Treffen mit dem Zeremonienleiter und ihr seid massgeblich daran beteiligt, wie die Zeremonie aussehen wird. Trauzeugen sind auch hier möglich.

Emotionen: Individualismus bedeutet auch eine grosse Verantwortung und ist auch hier wie bei allen Trauungen sehr abhängig vom Zeremonienleiter. Wir haben musikalisch auch schon Trauungen begleitet, die vom Brautvater oder einer guten Freundin geführt wurden. Unserer Meinung nach so emotional, persönlich und auf den Punkt wie noch nie. Bedenkt aber auch, dass diese Verantwortung viel Stress bedeuten kann, realistisch eingeschätzt und nur dann in Betracht gezogen werden sollte, wenn ihr jemanden im Bekanntenkreis habt, der dieser Aufgabe wirklich gewachsen ist und diese auch geniessen kann.

Individualität: Vom Trauungsort über Ambiente bis Ablauf – Bei einer freie Trauung ist grundsätzlich alles möglich. Es gibt keine Vorgaben, die erfüllt werden müssen und ihr könnt die Zeremonie so aussergewöhnlich gestalten, wie es für euch passt.

Outdoor-Variante: Mit einer freien Trauung ist Heiraten und freiem Himmel problemlos möglich und auch sehr üblich. Da man bei schweizerischem Wetter immer auf alles gefasst sein muss, gibt es viele Locations, die neben einer traumhaften Outdoor Kulisse auch eine schöne Schlechtwetter-Variante bieten. Scrollt auf unserer Seite „Hochzeits-Tipps“ zu unseren Empfehlungen zu Locations oder fragt uns einfach kurz, wen wir in eurem speziellen Fall empfehlen würden.

Rechtskräftige Folgen: Die Rechtsgültigkeit ist nur möglich mit einem Zeremonienführer, der auch Zivilstandesbeamte ist oder mit einer vorangegangenen zivilen Trauung.

Diversity: Freie Trauungen sind so bunt wie die Paare selbst. Ohne Schranken.

Tipp: Auf unserer Seite „Hochzeits-Tipps“ findet ihr unsere Empfehlungen zu Hochzeitslocations, Zeremonienleiter, Floristen, Fotografen, Visagisten, Brautmode und was ihr sonst noch für eine freie Trauung brauchen könnt. Habt unbedingt den Mut, euch selber treu zu bleiben.